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Welche Menge elektrischer Energie wird mit Windenergie hergestellt?
Vor 10 Jahren war die durch Windenergie produzierte Strommenge noch
sehr klein, weil es nur wenige und kleine Anlagen gab. In den letzten
Jahren hat sich dieses Bild grundlegend gewandelt, und die Windenergie
ist bereits heute in mehreren Ländern eine wichtige Energiequelle
geworden. Die neuesten und grössten Windenergieanlagen sind inzwischen
derart leistungsfähig geworden, dass eine einzige Anlage den
Stromverbrauch der Einwohner einer ganzen Stadt mit über 15'000
Menschen decken kann!
Die Anzahl der Länder, die den Ausbau der Windenergie aktiv unterstützt
wird schnell grösser. In der Schweiz gibt es zurzeit nur ungefähr 10
Windenergieanlagen, die auf den gesamten Stromverbrauch gesehen
natürlich nur wenig zur Deckung beitragen können. Im Gegensatz dazu
wurden in Deutschland fast 20'000 Windenergieanlagen errichtet, die im
ersten Halbjahr 2005 15 TWh Elektrizität erzeugten und damit die
Wasserkraftwerke als wichtigste erneuerbare Stromquelle ablösten. Die
gesamte im Jahr 2005 erzeugte Strommenge entspricht sogar fast der
gesamten Wasserkraftproduktion der Schweiz, die 60 % des Schweizer
Verbrauchs (56 TWh) repräsentiert. Bereits in 1 - 2 Jahren wird wegen
des weiteren Zubaus von Windenergieanlagen die Windstromproduktion in
Deutschland die Produktion der Schweizer Wasserkraftwerke überflügeln.
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- Voraussichtliche Windstrommenge für Deutschland im Jahr 2005
- Produktion der Walliser Wasserkraftwerke
- Schweizer Wasserkraftproduktion im Jahre 2004
- Schweizer Stromverbrauch in Jahre 2004
- In Deutschland erzeugbare Windstrommenge, wenn kleine Anlagen aus
den Jahren 1985 - 1995 durch moderne ersetzt werden ("Repowering")
- Für Deutschland vorgesehene Windstromproduktion im Jahre 2020
entsprechend des doppelten Verbauchs der Schweiz
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In Europa und weltweit haben sich viele Länder sehr ehrgeizige
Ausbauziele gesetzt, die in den nächsten 15 Jahren ein Ausbau der
Windenergie vorsehen, der bis zu 40 % Deckungsanteil am gesamten
Stromverbrauch beträgt.
Wie kann Strom aus Windenergie Elektrizität aus herkömmlicher Erzeugung ersetzen obwohl der Wind nicht immer weht?
Der Verbrauch von elektrischem Strom hängt sehr stark vom Wochentag,
der Tages- und Jahreszeit ab. Am Wochenende und besonders am Sonntag in
der Nacht wenn die privaten Haushalte und die Industrie ruhen, beziehen
nur wenige Verbraucher geringe Strommenge aus dem Leitungsnetz. Am
Montagmorgen steigt der Verbrauch dann wegen der privaten und
gewerblichen Verbraucher innerhalb von wenigen Stunden sehr stark an.
Nachdem die Kraftwerke den Strom im Moment des Verbrauchs erzeugen
müssen, gibt es viele Kraftwerke, die nur in den verbrauchsstarken
Zeiten Strom liefern, weil sonst zuwenig Nachfrage herrscht. Es können
jedoch nicht alle Kraftwerkstypen ihre Leistung den
Nachfrageschwankungen anpassen, dazu werden mehr oder weniger
"schnelle" Gas-, Kohle- und Wasserkraftwerke benötigt. Bei für die
Windenergie günstiger Wetterlage und starkem Wind speisen in Europa
zehntausende von Windenergieanlagen Strom ins Netz und befriedigen
damit selbst bei hohem Verbrauch einen grossen Teil der Nachfrage. Da
der Energieverbrauch zum grossen Teil durch Windkraftanlagen gedeckt
wird, verringern die herkömmlichen Ausgleichskraftwerke ihre
Stromproduktion oder stellen sie ganz ein und verbrauchen weniger
Brennstoff. In Europa existieren bereits ganze Regionen mit vielen
Millionen Einwohnern, die an windstarken und zugleich verbrauchsarmen
Tagen mehr Windstrom produzieren als verbraucht wird.Die eingesparten
Brennstoffmengen sind enorm, weil die in Europa installierte
Windleistung der von 18 sehr grossen Kohlekraftwerken mit je 2'000 MW
Leistung entspricht. Jedes einzelne dieser Kohlekraftwerke erzeugt pro
Stunde 1'600 Tonnen Kohlendioxid, 38'000 Tonnen pro Tag oder 1,1
Millionen Tonnen pro Monat! Die während der Lebensdauer von 40 Jahren
ausgestossene Menge beträgt eine halbe Milliarde Tonne pro Kraftwerk.
Die Schweiz ist im europäischen Stromnetz integriert und importiert und
exportiert grosse Mengen an Strom. Der importierte Strom stammt
weitgehend aus herkömmlicher Erzeugung und ist mit dem Ausstoss grosser
Mengen an Kohlendioxid verbunden. Aufgrund der zahlreichen Staudämme
kann an Stelle des Wasserkraftstroms billiger Strom aus dem
europäischen Ausland in der Schweiz verbraucht werden, um dann zu
Zeiten höherer Strompreise mehr Wasserkraftstrom exportieren zu können.
Die von RhônEole im Tal der Rhone errichtete Windenergieanlage
reduziert die importierte Strommenge und kann so während der
Lebensdauer von 20 Jahren und je nach Anteil von Gas und Kohle am
importierten Strommix den Ausstoss von geschätzen 15'000 bis 120'000
Tonnen Kohlendioxid verhindern.
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